Am 11. August 2026 haben 22 Einrichtungen der Suchthilfe und Forschung — Kontakt über die Suchtkooperation NRW und den Fachverband Glücksspielsucht — die Innenminister und -senatoren der Länder in einem offenen Brief aufgefordert, die seit 1. Juli geltende Einsatzstaffel von bis zu 5 € pro Spiel zurückzunehmen oder bis zum Evaluierungsbericht auszusetzen. Gefordert werden eine transparente wissenschaftliche Begründung der GGL, eine unabhängige Evaluation und eine Expertenanhörung; die Gesundheitsministerkonferenz hatte im Juni einstimmig „systematische Schutzlücken“ festgestellt.
Die Rechnung der Verfasser: bei 5 € pro Spin, 87 % Auszahlungsquote und fünf Sekunden pro Spiel entstehen rund 468 € Verlust pro Stunde; das 1.000-€-Monatslimit ist statt in etwa 10,5 Stunden in rund zwei Stunden erreicht. Das DHS-Jahrbuch Sucht 2026 weist virtuelle Automatenspiele mit 22,6 % als zweithäufigste Hauptspielform in Beratungsstellen aus; unter den Spielern dieser Form ist der Anteil mit Glücksspielstörung mit 32,5 % am höchsten.
Die Fakten
- Offener Brief vom 11. August 2026 an die Innenminister der Länder
- Forderung: Aussetzung der Staffel 1/3/5 € bis zum Evaluierungsbericht (fällig 31. Dezember 2026)
- Rechnung: bis 468 € Verlust pro Stunde; 1.000-€-Limit in ca. 2 Stunden erreicht
- DHS Jahrbuch Sucht 2026: 22,6 % Hauptspielform, 32,5 % Störungsrate bei Online-Slots
Was Fachleute bei 5 € pro Spin für gefährlich halten, gilt bei einem Casino ohne deutsche Lizenz ohne jede Obergrenze — wer wechselt, braucht ein eigenes Limit.
Quellen
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