Die Whitelist: 229 Websites, sonst nichts
Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 braucht jeder Anbieter von Online-Glücksspiel in Deutschland eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle. Wer sie hat, steht auf der öffentlichen Whitelist — im September 2026 waren das 129 Veranstalter und Vermittler mit 229 erlaubten Websites. Alles, was nicht auf dieser Liste steht, ist ein Casino ohne deutsche Lizenz: ob es nun aus Malta, Curaçao, Anjouan oder Tobique lizenziert ist, spielt für die deutsche Rechtslage keine Rolle. Die Liste ist auf gluecksspiel-behoerde.de einsehbar, und der erste Schritt vor jeder Registrierung sollte ein Blick darauf sein.
Was ein lizenzierter Anbieter leisten muss
- LUGAS — die Limit- und Aktivitätsdatei: anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, Parallelspielverbot, fünf Minuten Wartezeit beim Anbieterwechsel. Ende 2025 waren 5,3 Millionen Spielerkonten in den Zentraldateien registriert.
- OASIS — das Spielersperrsystem: rund 367.000 aktive Sperren, über 5,2 Milliarden Abfragen im Jahr 2025. Wer gesperrt ist, kommt bei keinem lizenzierten Anbieter hinein.
- § 22a GlüStV — die Spielregeln für virtuelle Automatenspiele: 1 € Höchsteinsatz (seit 1. Juli 2026 für geprüfte Spieler ab 21 bis 3 oder 5 €), mindestens fünf Sekunden pro Spiel, kein Autoplay, keine Jackpots, kein „Casino“ im Namen.
- Keine Tischspiele online — Roulette, Blackjack und Live-Dealer sind Ländersache; außer in Schleswig-Holstein und (bald) Nordrhein-Westfalen gibt es keine Konzessionen.
- 5,3 % Virtuelle Automatensteuer auf jeden Einsatz, die über eine niedrigere RTP an den Spieler weitergegeben wird.
- Panikknopf, Realitätscheck, Verlustanzeige, Werbeverbot zwischen 6 und 21 Uhr, Safe-Server für die Aufsicht.
Was ein Casino ohne deutsche Lizenz davon hat: nichts
Keinen Anschluss an LUGAS, keine OASIS-Abfrage, keine Einsatzsteuer, keine Regeln aus § 22a, keine Aufsicht durch die GGL. Das ist zugleich der Grund, warum Spieler es suchen — Live-Casino, Einsätze über 1 €, Autoplay, Slots mit 96 % statt 90–94 % RTP, Boni ohne deutsche Beschränkungen — und der Grund, warum es gefährlich sein kann: keine Bremse, keine deutsche Beschwerdestelle, kein Gericht, das in Curaçao vollstreckt.
Welche Lizenz stattdessen gilt
Von den fünf Casinos auf meiner Liste haben zwei eine Lizenz der Curaçao Gaming Authority (OGL-Nummern, seit der Reform 2024 mit öffentlichem Register), zwei eine Kombination aus Tobique (Kanada) und Anjouan (Komoren), und eines gar keine, die ich finden konnte. Malta (MGA) ist die strengste Aufsicht des Marktes, nimmt aber seit 2021 kaum noch deutsche Spieler an. Wie du eine Nummer prüfst, steht hier.
Was die GGL dagegen tut
Die Behörde kann Spieler nicht erreichen, aber Anbieter und ihre Infrastruktur. Bis Ende 2025 waren 1.843 Websites von 254 Anbietern aus Deutschland nicht mehr erreichbar, 178 Websites von den gängigen Zahlungsdiensten abgeschnitten, 287 Untersagungsverfahren allein 2025 eingeleitet. Seit September 2024 dürfen nur Whitelist-Anbieter über Google Ads werben, und seit Oktober 2026 wissen auch Influencer, dass das Streamen eigener Sessions bei Offshore-Casinos als verbotene Werbung gilt. Für Spieler heißt das: Domains wechseln, Zahlungswege verschwinden, Konten werden unzugänglich — die News dokumentieren das laufend.
Was das für dich bedeutet
- Bist du in OASIS gesperrt, ist ein Casino ohne deutsche Lizenz die Lücke, vor der die Sperre dich schützen sollte. Lies diese Seite zuerst.
- Willst du den Schutz der deutschen Regeln behalten, musst du ihn selbst bauen: Banklimit, Einzahlungslimit im Casino, Gamban oder BetBlocker. Die Werkzeuge.
- Die Teilnahme ist nach § 285 StGB formal strafbar, auch wenn Spieler praktisch nicht verfolgt werden. Die Rechtslage.
- Deine einzige Instanz bei Streit ist die Lizenz des Casinos. Prüf sie, bevor du den Bonus anschaust — und mach den Lizenz-Check, bevor du irgendwo ein Konto eröffnest.