Eine einjährige Recherche von Investigate Europe mit 15 Medienpartnern hat am 8. Juli 2026 die Strukturen des Anbieters Soft2bet offengelegt. Zwischen Mai 2020 und Mai 2024 flossen demnach 600 Millionen Euro über zyprische Töchter; mehr als 330 Millionen Euro gingen an Firmen des Gründers Uri Poliavich, der Gewinn 2024 lag bei 152 Millionen Euro. Rund 160 Casinos liefen über Briefkastenfirmen in Costa Rica und Anjouan, 145 davon standen in mindestens einem EU-Land auf einer Blacklist.
Eine Testüberweisung aus Deutschland an das Casino „Onlyspins“ lief über die maltesische Zahlungsfirma Trumia, die ebenfalls Poliavich gehört. Onlyspins stellte den Betrieb zum 17. Juli 2026 ein, Betwarts zum 31. Juli. Nach Angaben des BR verzeichneten die Marken im Mai 2026 rund acht Millionen Besuche aus Deutschland. Die Europaabgeordnete Sabine Verheyen richtete Fragen zu Kartennetzwerken und Blacklists an die Kommission.
Die Fakten
- Recherche von Investigate Europe + 15 Partnern (u. a. BR), veröffentlicht 8. Juli 2026
- 600 Mio. € (Mai 2020 – Mai 2024) über Tranello/Tilaros; > 330 Mio. € an Firmen des Gründers
- ca. 160 Casinos über Briefkastenfirmen in Costa Rica/Anjouan; 145 auf EU-Blacklists
- Onlyspins eingestellt zum 17. Juli, Betwarts zum 31. Juli 2026; ca. 8 Mio. Besuche aus DE im Mai 2026 (BR)
Marken, die wie „seriöse Curaçao-Casinos“ aussehen, können Teil eines Netzes sein, das Seiten binnen Tagen abschaltet — Betreiber und Lizenznummer prüfen, Guthaben nicht liegen lassen.
Quellen
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