Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat am 8. September 2026 mit mehr als 100 Einsatzkräften elf Objekte in Frankfurt, dem Rhein-Main-Gebiet und Köln durchsuchen lassen. Fünf Beschuldigten wird gewerbs- und bandenmäßige Veranstaltung unerlaubten Online-Glücksspiels seit mindestens Juli 2021 vorgeworfen, vor allem mit virtuellen Automatenspielen. Gegen den Hauptbeschuldigten wurde ein Haftbefehl vollstreckt.
Die Spieleinsätze zwischen Juli 2021 und Ende 2023 beziffern die Ermittler auf rund 5,86 Milliarden Euro, die hinterzogene Glücksspielsteuer allein für 2024 auf rund 77,6 Millionen Euro; gesichert wurden Vermögenswerte von rund 82 Millionen Euro, darunter Konten und Fahrzeuge. Beteiligt waren Steuerfahndung und die Finanzkriminalität des LKA Nordrhein-Westfalen. Die GGL erklärte, sie habe die Ermittler mit Erkenntnissen zu Zahlungs- und Netzsperren, Werbung und Anbieterstrukturen unterstützt.
Der Branchenverband DOCV merkte an, die Dimension — rund 2,3 Milliarden Euro Einsätze pro Jahr bei einem einzigen Netzwerk — passe nicht zur GGL-Schätzung eines Schwarzmarktanteils von 23 Prozent; der gesamte legale Online-Slot-Markt setzte 2025 rund 4,57 Milliarden Euro um.
Die Fakten
- Durchsuchung 8. September 2026, 11 Objekte, über 100 Einsatzkräfte, 5 Beschuldigte, 1 Haftbefehl
- Einsätze Juli 2021 – Ende 2023: ca. 5,86 Mrd. €
- Steuerschaden 2024: ca. 77,6 Mio. €; Vermögensarrest ca. 82 Mio. €
- Vorwurf: § 284 StGB gewerbs- und bandenmäßig, seit Juli 2021 ohne deutsche Erlaubnis
Werden Konten eines Betreibers beschlagnahmt, sind auch Spielerguthaben eingefroren — ein weiterer Grund, bei Casinos ohne deutsche Lizenz Gewinne nicht liegen zu lassen.
Quellen
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