Die Regel bis Juni 2026
§ 22a GlüStV 2021 legt für virtuelle Automatenspiele einen Höchsteinsatz von 1 € pro Spiel fest, mindestens fünf Sekunden pro Spiel, kein Autoplay, keine Jackpots, kein „Casino“ im Namen — dazu das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat über LUGAS. Absatz 7 erlaubt der GGL, den Einsatz per Entscheidungsrichtlinie auf bis zu 10 € zu erhöhen, wenn Spielerschutzgründe nicht entgegenstehen. Fünf Jahre lang hat die Behörde davon keinen Gebrauch gemacht.
Die Staffel seit 1. Juli 2026
- Stufe 0 — 1 €: der gesetzliche Regelfall; unter 21 Jahren bleibt es immer dabei.
- Stufe 1 — bis 3 €: ab 21 Jahren.
- Stufe 2 — bis 5 €: ab 21, nach 90 Tagen ohne Auffälligkeit im Früherkennungssystem (§ 6i GlüStV) und mit Einwilligung in erweitertes Monitoring. Warnsignale sind unter anderem wiederholter Panikknopf, wiederholtes Ausschöpfen des Einzahlungslimits, mehrere Kreditkarten und Nachtsessions über drei Stunden.
Die Teilnahme ist für Anbieter freiwillig, es gibt keinen Anspruch für Spieler, die Richtlinie ist bis 31. Dezember 2027 befristet, und die Anbieter melden vierteljährlich anonymisiert an die GGL. Die Erhöhung des Einzahlungslimits ist davon getrennt: 10.000 € oder 30.000 € nur mit Einkommensnachweis — wobei das VG Halle im August 2026 die bisherige Praxis mit Schufa-G-Auskünften als „systematische Duldung“ gerügt hat.
Was gleich bleibt
Fünf Sekunden pro Spin. Kein Autoplay, keine Turbo-Funktion. Keine Jackpots. 1.000 € im Monat. OASIS. 5,3 % Einsatzsteuer über die RTP. Und keine Tischspiele: Online-Roulette und -Blackjack sind Ländersache; Schleswig-Holstein hat 2024 vier Konzessionen vergeben, Nordrhein-Westfalen hat im August 2026 sein Gesetz für bis zu fünf Konzessionen nachgebessert, die Ausschreibung läuft noch nicht. In den übrigen Ländern gibt es sie nicht.
Die Kritik
Am 11. August 2026 haben 22 Suchthilfe-Organisationen die Innenminister der Länder in einem offenen Brief aufgefordert, die Staffel bis zum Evaluierungsbericht (fällig 31. Dezember 2026) auszusetzen. Ihre Rechnung: bei 5 € pro Spin, 87 % RTP und fünf Sekunden pro Spiel rund 468 € Verlust pro Stunde; das 1.000-€-Monatslimit ist statt in zehn Stunden in zwei erreicht. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte schon im Juni „systematische Schutzlücken“ beschlossen. Dass die Staffel bleibt, ist nicht sicher.
Macht die Staffel den Wechsel überflüssig?
| Lizenziert (ab Juli 2026) | Ohne deutsche Lizenz | |
|---|---|---|
| Einsatz pro Spin | 1 €; 3 oder 5 € nach Prüfung | frei, meist bis 50–100 €; mit Bonus 5 € |
| Tempo | 5 Sekunden | Turbo, Autoplay |
| Monatslimit | 1.000 €, anbieterübergreifend | keines; eigenes Limit möglich |
| Tischspiele, Live-Casino | nur SH, bald NRW | ja |
| RTP | 90–94 % | Herstellerversion, meist 96 % |
| OASIS, LUGAS, GGL | ja | nein |
| Rechtslage | legal | § 285 StGB |
Für Spieler, denen nur der Euro zu wenig war, ist die Antwort seit Juli: möglicherweise ja — nach 90 Tagen und mit Monitoring. Für alle, die wegen Live-Casino, Tempo oder RTP wechseln, ändert die Staffel nichts. Und für alle, die wechseln: die Bremse, die ihr hinter euch lasst, hat einen Grund. Baut sie nach, bevor ihr einzahlt — Banklimit, Einzahlungslimit, Gamban. Was die deutschen Regeln in Euro kosten, zeigt der Einsatzsteuer-Rechner.