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1, 3 oder 5 € pro Spin — was sich seit Juli 2026 geändert hat

Das wichtigste Argument für Casinos ohne deutsche Lizenz war fünf Jahre lang ein einziger Euro. Seit dem 1. Juli 2026 ist er für manche Spieler fünf. Hier, was die Staffel ändert, was nicht, und ob sie den Wechsel ins Ausland überflüssig macht.

Daniel Okafor
Daniel OkaforRedakteur und Zahlungstester. Ich zahle seit 2016 mit eigenem Geld bei Casinos ein und wieder aus — und helfe seit 2022 Spielern aus Deutschland, wenn das Geld hängen bleibt.

Veröffentlicht am 14. September 2026 · aktualisiert am 22. Oktober 2026

Die Regel bis Juni 2026

§ 22a GlüStV 2021 legt für virtuelle Automatenspiele einen Höchsteinsatz von 1 € pro Spiel fest, mindestens fünf Sekunden pro Spiel, kein Autoplay, keine Jackpots, kein „Casino“ im Namen — dazu das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat über LUGAS. Absatz 7 erlaubt der GGL, den Einsatz per Entscheidungsrichtlinie auf bis zu 10 € zu erhöhen, wenn Spielerschutzgründe nicht entgegenstehen. Fünf Jahre lang hat die Behörde davon keinen Gebrauch gemacht.

Die Staffel seit 1. Juli 2026

Die Teilnahme ist für Anbieter freiwillig, es gibt keinen Anspruch für Spieler, die Richtlinie ist bis 31. Dezember 2027 befristet, und die Anbieter melden vierteljährlich anonymisiert an die GGL. Die Erhöhung des Einzahlungslimits ist davon getrennt: 10.000 € oder 30.000 € nur mit Einkommensnachweis — wobei das VG Halle im August 2026 die bisherige Praxis mit Schufa-G-Auskünften als „systematische Duldung“ gerügt hat.

Was gleich bleibt

Fünf Sekunden pro Spin. Kein Autoplay, keine Turbo-Funktion. Keine Jackpots. 1.000 € im Monat. OASIS. 5,3 % Einsatzsteuer über die RTP. Und keine Tischspiele: Online-Roulette und -Blackjack sind Ländersache; Schleswig-Holstein hat 2024 vier Konzessionen vergeben, Nordrhein-Westfalen hat im August 2026 sein Gesetz für bis zu fünf Konzessionen nachgebessert, die Ausschreibung läuft noch nicht. In den übrigen Ländern gibt es sie nicht.

Die Kritik

Am 11. August 2026 haben 22 Suchthilfe-Organisationen die Innenminister der Länder in einem offenen Brief aufgefordert, die Staffel bis zum Evaluierungsbericht (fällig 31. Dezember 2026) auszusetzen. Ihre Rechnung: bei 5 € pro Spin, 87 % RTP und fünf Sekunden pro Spiel rund 468 € Verlust pro Stunde; das 1.000-€-Monatslimit ist statt in zehn Stunden in zwei erreicht. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte schon im Juni „systematische Schutzlücken“ beschlossen. Dass die Staffel bleibt, ist nicht sicher.

Macht die Staffel den Wechsel überflüssig?

Lizenziert (ab Juli 2026)Ohne deutsche Lizenz
Einsatz pro Spin1 €; 3 oder 5 € nach Prüfungfrei, meist bis 50–100 €; mit Bonus 5 €
Tempo5 SekundenTurbo, Autoplay
Monatslimit1.000 €, anbieterübergreifendkeines; eigenes Limit möglich
Tischspiele, Live-Casinonur SH, bald NRWja
RTP90–94 %Herstellerversion, meist 96 %
OASIS, LUGAS, GGLjanein
Rechtslagelegal§ 285 StGB

Für Spieler, denen nur der Euro zu wenig war, ist die Antwort seit Juli: möglicherweise ja — nach 90 Tagen und mit Monitoring. Für alle, die wegen Live-Casino, Tempo oder RTP wechseln, ändert die Staffel nichts. Und für alle, die wechseln: die Bremse, die ihr hinter euch lasst, hat einen Grund. Baut sie nach, bevor ihr einzahlt — Banklimit, Einzahlungslimit, Gamban. Was die deutschen Regeln in Euro kosten, zeigt der Einsatzsteuer-Rechner.

Fragen

Kann ich bei einem lizenzierten Anbieter jetzt 5 € pro Spin setzen?

Nur wenn der Anbieter die Staffel anbietet, du mindestens 21 bist, 90 Tage ohne Warnsignale gespielt hast und in das Monitoring einwilligst. Einen Anspruch gibt es nicht; die Regel gilt vorerst bis Ende 2027.

Bleibt die 5-Sekunden-Regel?

Ja, unverändert — ebenso Autoplay-Verbot, Jackpot-Verbot und das 1.000-€-Monatslimit. Die Staffel betrifft nur den Einsatz pro Spin.

Gibt es in Deutschland legal Online-Roulette?

Nur in Schleswig-Holstein (vier Konzessionen seit 2024) und voraussichtlich bald in Nordrhein-Westfalen. In den anderen Ländern nicht — das ist der häufigste Grund, warum Spieler zu Casinos ohne deutsche Lizenz wechseln.